Förderprogramme

Bei Interesse einfach den zuständigen EULLa-Berater kontaktieren und unverbindlich beraten lassen.


1) Vertragsnaturschutz

Im Rahmen des Vertragsnaturschutz-Programms EULLa

werden die Neuanlage sowie die Pflege von festen Streuobstwiesen gefördert. Anträge auf Förderung können jeweils in einem Zeitraum im Jahr bei der zuständigen Kreisverwaltung gestellt werden. Der Termin wird über die örtliche Presse bekannt gegeben, bei Interessensbekundung informiert die Kreisverwaltung auch direkt.

Eine Förderung ist an die Einhaltung bestimmter Auflagen zu Düngung (z.B. kein Einsatz chemisch-synthetischer Düngemittel) und Pflege (z.B. Schnitt von Jungbäumen, Mahdzeitpunkt) über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren gebunden. Nach Antragsstellung werden die Flächen von einem EULLa-Berater (jeweils für den Landkreis zuständiger, freiberuflicher Vertragsnaturschutzberater) hinsichtlich ihrer Förderwürdigkeit geprüft. Bei der Begutachtung der Fläche kann der Antragsteller auch zugegen sein.

Für die Förderung der Neuanlage von Streuobst bzw. der Pflege bestehender Streuobstwiesen gelten folgende Vorgaben und Auflagen:


Neuanlage von Streuobstwiesen:

Arten und Sorten: Verwendung regional typischer und angepasster Hochstammsorten (laut Liste), der Anteil einer Obstart darf 85% der gesamten Baumzahl nicht übersteigen, der Apfelanteil muss mindestens 5% betragen.

Baumdichte: Pflanzung mit einem Abstand von 15 Metern (Minimum zehn Meter), die Vorgaben eines vorher abgestimmten Pflanzplanes sind einzuhalten.

Sortenechtheit: Die Sortenechtheit der Bäume ist über Einkaufsbeleg nachzuweisen; Eigenveredlungen sind mit Zustimmung des Fachberaters möglich.

Stammhöhe: Nach Pflanzung müssen die Bäume eine Stammhöhe von mindestens 1,60 Meter aufweisen.

Pflege: Ein Pflanzschnitt und zwei Erziehungsschnitte sind im Verpflichtungszeitraum durchzuführen. Die Baumscheibe ist in den ersten fünf Jahren offen zu halten. Es ist eine Sicherung gegen Wildverbiss anzubringen, im Falle von Beweidung sind weitere Schutzmaßnahmen vorzunehmen. Bei Absterben eines Baumes im Vertragszeitraum ist dieser zu ersetzen.

Düngung: Keine Verwendung von Mineraldüngern, nur organische Dünger sind zulässig.

Pflanzenschutz: Grundsätzlich ist kein Pflanzenschutz zugelassen. Bei Bedarf sind ausgewählte, im ökologischen Landbau zugelassene Präparate zulässig.


Pflege von bestehenden Streuobstwiesen:

Bestandsdichte: Die Mindestbestandsdichte beträgt fünfzehn Bäume pro ha, höchstens dürfen 60 Bäume pro Hektar stehen. Die Stammhöhe darf 1,60 Meter grundsätzlich nicht unterschreiten. Sonstige Bäume sind bei der Ermittlung der Bestandsdichte mit einzubeziehen. Flächen mit mehr als 15 und weniger als 30 Bäumen können mit der Verpflichtung zur Erweiterungspflanzung belegt werden. Dabei sind dann die Vorgaben des Programmteils „Neuanlage von Streuobst“ zu beachten. In Ausnahmefällen dürfen bestehende Streuobstwiesen Bestandsdichten bis zu 99 Bäume je Hektar aufweisen.

Pflege: Eine sachgerechte Pflege ist insbesondere durch Schnittmaßnahmen zu gewährleisten. Während der Vertragsdauer ist eine Baumbeseitigung nicht zulässig, auch abgestorbene Altbäume dürfen nur mit Zustimmung der Kreisverwaltung entfernt werden. Eine Lagerung von Schnittholz in Bestandsnähe wird empfohlen, um die Entwicklung von holzgebundenen Insekten zu ermöglichen.

Düngung und Pflanzenschutz: Kein Einsatz von synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln


Unternutzung neu gepflanzter oder bestehender Streuobstwiesen:

Im Falle der Neuanlage auf Ackerflächen ist eine flächendeckende Selbstbegrünung oder eine Einsaat mit standortgerechten Saatgutmischungen vorzunehmen.
Die Fläche ist mindestens einmal jährlich zu mähen, zu beweiden oder zu mulchen. Das Mulchen darf nicht vor dem 01. Juli erfolgen.

Zusätzlich kann die Unternutzung der Streuobstfläche auch in den Programmteil „Vertragsnaturschutz Grünland“ eingebracht und gesondert gefördert werden. Hier stehen folgende Programme mit unterschiedlichen Schwerpunkten zur Auswahl:
– Artenreiches Grünland
– Mähwiesen und Weiden
– Kennarten

Als Zusatzmodule können die Durchführung von Sanierungsschnitten bei Altbäumen und die Anlage von Lesesteinhaufen beantragt werden.

Mit der Teilnahme am EULLa-Programm „Vertragsnaturschutz Streuobst“ sind folgende Prämien verbunden:

Pflege von Neuanlagen : 6,50€ (je Baum und Jahr)
Pflege von Altbeständen : 5€ (je Baum und Jahr)
Neupflanzung Streuobstbäume : 50€ (einmalig)
Sanierungsschnitt Altbäume : 65€ (einmalig)
Anlage von Lesesteinhaufen : 30€ (einmalig)


2) Sonstige Förderungen

Wenn Sie eine innovative Investition in Verarbeitungstechnik oder Pflegetechnik für Streuobst planen, lohnt sich möglicherweise die Kontaktaufnahme mit der Geschäftsstelle der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Bitburg-Prüm. Im Rahmen des LEADER-Programms werden innovative Ideen unterstützt, die die Region voranbringen und in die Lokale integrierte ländliche Entwicklungsstrategie (LILE) passen. Die Projektauswahl erfolgt durch die LAG, der Personen aus Verwaltung, Verbänden und Zivilgesellschaft angehören. Für Landwirte bietet sich auch die Möglichkeit, eine Förderung über das Agrarinvestitions-Förderprogramm (AFP) zu beantragen.